Viking Metal
Das neue Album der Jungs !
metalmessage.de (8/10)
Entflammte Vollblutmetaller durch und durch, kann man da nur sagen: Auf ihrer aktuellen vierten Albumattacke ziehen Spectral ihr Ding weiterhin ohne jedwede Kompromisse durch. Songs, Spielvermögen, Image, Staffage, Lyriken etc. – hier ziehen alle Beteiligten an einem musikideell wirklich mordsdicken Strang. Bald 15 Jahre sind sie als Band nun schon aktiv, und das hört man dem neuen Hartstahlauswurf „Evil Iron Kingdom“ auch ganz deutlich an. Heftig, was sich hier Bahn bricht. Spectral zelebrieren sich hier geradezu selbst mit triumphaler Siegessicherheit, und solcherlei hohe Kreativgefühle der Macher implizieren dem ergötzlich pfeilschnell geprügelten Teutonic Power Thrash des berserkerischen Sextetts aus der Eifel wirklich unglaubliche Power. Die über die Musik transportieren riesigen Kraftschübe dieses rigiden Rhythmuskommandos sind teils so dermaßen enorm, dass es scheinbar ein ganzes Dutzend großer Atomkraftwerke selbst bei voller Leistung nicht dagegen aufnehmen kann. Beeindruckend!
Mit traditionellen Metal-Elementen operieren die speedigen Spectral-Schergen nach wie vor sehr gerne, doch auch schmissige Ingredienzien aus den populären Subkategorien Pagan- und Viking Metal fließen in den stürmischen Klanghagel des wilden Enthusiastentrupps mit ein. Frenetisch exerziert wird das brandneue Hammermaterial auf „Evil Iron Kingdom“ mit atemberaubender Spielfreude, wie man sie aus deutschen Landen so derart inniglich, passioniert und beherzt leider nur noch sehr selten hört. Der Sechser steht mit solcherlei hochelektrifiziertem Gebahren wahrlich turmhoch über vielen anderen Gruppen aus diesem Bereich. Mehr noch: Mit ihren herrlich ausgefeilten und daher überwiegend eingängigen Melodiken sind Spectral auch noch glücklicherweise in der Lage, aufwühlende Epiken mit nachhaltiger Wirkung zu inszenieren. Dies verleiht der Platte umso größere Wertigkeit. Einzig der ziemlich variantenlose Groll- und Schreigesang von Frontbolzen Marco Ewertz ist für mein Empfinden streckenweise noch zu eintönig, aber das fällt bei solch' hochgradig überzeugenden sonstigen Leistungen nicht groß ins Gewicht. Tolle Veröffentlichung also, die man wieder und wieder hören kann, ohne dass sich Langeweile einstellt – sogar ganz im Gegenteil, dieser martialische Donnerdiskus scheint mit jedem Durchlauf höher und höher zu fliegen.
© Markus Eck