Die neue CD der ungarischen Ausnahme FolkMetaller !
metalmessage.de (10/10)
Wer stets verzweifelt sehnsüchtig nach einer wirklich genialen, nach einer wahrhaft begnadeten Folk Metal-Gesandtschaft sucht, ja, der könnte hier richtiger wohl nicht sein! Wer also ständig den unwiderstehlichen Drang verspürt, sich in diesem Genre fantastischen Kompositionen hinzugeben, die einem die pure Nässe in die Augen treiben, der muss hier einfach so aufmerksam als nur möglich aufhorchen! Denn Dalriada, sechs abartig temperamentvolle Ausnahmetalente, verstehen ihr erzfeines Handwerk einfach perfekt. Und sie musizieren mit unermesslich viel Herz, Seele und noch mehr Leidenschaft! Das aktuelle Wunderwerk, „Arany – Album“ betitelt, ist das neue Langspielspektakel dieser elitären ungarischen Musikanten: Ein majestätisch hoch erhebender Höchstgenuss an fesselnd hitmelodischen und auch immer wieder unglaublich epischen Hymnen, deren unermessliche Tiefe und hypnotische Anmut man nicht wieder vergessen kann. Das hochversierte Griffbrettduo András Ficzek und Mátyás Németh Szabó fackelt hier nämlich ein fulminantes Gitarrenfeuerwerk mit kräftigend dynamischen Power Metal-Detonationen ab, welches man unbedingt gehört haben muss, um endgültig vollständig zu verstehen, dass Musik die Sprache der Seele ist!
Durchgehend arrangiert – zuweilen auch adlig orchestral – aufs Edelste, dabei unterlegt mit exzellentem Keyboardspiel von Tastenmeister Barnabás Ungár, sind die ergiebig abwechslungsreichen Opulenzlieder erfüllt von der betörend natürlich erschallenden Stimme von Sängerin Laura Binder – sie verzückt in ihrer Landessprache mit Oktavenkunst von magischer Reinheit. Traumhaft – so definiere ich Selbstvergessenheit. Teilweise hört sich ihr hochgradig faszinierender Vortrag an, als wolle sie den uralten Göttern ihrer alten Vorfahren so pur und devot als möglich huldigen. Dazu bieten Dalriada euch auch männlich vorgetragene Groll- und Klargesänge dar, immer sehr gekonnt. Apropos, massiv geprägt von untrennbarer Verbundenheit zu den Traditionen und Überlieferungen ihrer Heimat, zeigen sich Dalrida auf „Arany – Album“ als überzeugte Folklore-Liebhaber, die keine Gelegenheit auslassen, um mit heißblütig malträtierten Fideln (Laura Binder brilliert mit ihrer Violine auch in dieser Disziplin!) typisch klangscharfer Puszta-Manier für Furore zu sorgen. Und auch dabei erweisen sich hier allerlei zauberhafte Dramenmelodien für die Ewigkeit noch als ein Höhepunkt unter vielen, jede Sekunde auf der einzigartigen Platte ist geprägt von packend zusammengebrachten Tonfolgen – Melodienreichtum, wie er verschwenderischer nicht zelebriert werden könnte.
Doch Dalriada wissen daneben auch um die immense Effizienz von zweckdienlich eingebrachten echten Chören, und wenn die Band mit gebündelter Stimmenvielfalt zu Großem ansetzt, dann gibt es natürlich auch Gänsehaut hoch zehn! Natürlich sind alle Songs auf dieser Zauberscheibe absolute und zeitlose Meisterwerke, doch mein Favorit ist das siebte Hexereistück „St. László (Part 2)“ – ein wahres kompositorisches Monument von hochstabiler Struktur, ergreifender Melodieführung, bezwingend furioser Rhythmik und hochmusikalischer Umsetzung! Einfach fabelhaft, auch, was die verspielt geblasenen Flötentone darin anbelangt. Und dass diese herausragende Ästhetentruppe auch auf lyrischer enorm glaubwürdig ist, beweist der rührende Umstand, dass einige Songtexte Gedichtauszüge vom großen ungarischen Poeten János Arany enthalten. Vorbildlich. Egész ségedre magyarok!
Tracklist:
- 1. Zách Klára
- 2. János Pap Országa ( részlet)
- 3. Bor Vitéz
- 4. Ágnes Asszony 1. rész
- 5. Ágnes Asszony 2. rész
- 6. Szent László 1. rész
- 7. Szent László 2. rész
- 8. A Walesi Bárdok 1. rész
- 9. A Walesi Bárdok 2. rész
- 10. A Walesi Bárdok 3. rész
- 11. A Rab Gólya ( részlet)
- 12. Szondi Két Apródja 1. rész
- 13. Szondi Két Apródja 2. rész